Aus der Geschichte der Kirchgemeinde Wilthen


Als im 11. Jahrhundert Siedler aus Franken und Schwaben in die Oberlausitz vordringen, bringen sie ihren christlichen Glauben mit. Die Kirche fasst auch im Tal des Butterwassers Fuß. Wilthen entsteht.

Am 25.02.1222 wird in einer Besetzungsurkunde erstmals eine Wilthener Kirche erwähnt. Der heiligen Barbara wurde im Jahre 1415 durch den damaligen Pfarrer Pleban ein Altar geweiht. Aus dem Jahre 1512 stammt die älteste Glocke von Wilthen (später auch als große Glocke bezeichnet). Sie wog 564 kg. Das genaue Jahr kam bei ihrer Abnahme im Jahre 1893 hervor- dazu aber später. Der Gießer der Glocke ist unbekannt geblieben.

Im Jahre 1601 wird in der Wilthener Kirchengeschichte erstmals eine Orgel von Georg Loose aus Bautzen erwähnt (ein Bautzener Orgelbauer dieses Namens konnte bisher nicht nachgewiesen werden). Es könnte aber eine Verwechslung mit dem Bautzener Orgelbauer Georg Haase 1650-1712 vorliegen- dem widerspricht aber das Jahr 1601. Die Anschaffung kostete damals fast 200 Taler. Die Orgel besaß 8 vollstimmige Züge, 2 Sterne, 3 Zimpeln, eine dreifache Mixtur, Vogelgesang und Tremulant.

Einen Kirchenseiger mußte man im Jahre 1624 reparieren. Demzufolge zeigte da schon eine Uhr den Wilthener die Zeit an. Verschiedene Reparaturen wurden in den Jahren 1630/31 an der Kirche durchgeführt. Die Sakristei erhielt ein kleines Türmlein, auswendige Pfeiler und ein auswendiger Giebel wurden errichtet, Zimmererarbeiten und Tischlerarbeiten am Kirchturm durchgeführt, Gespinde erneuert, Reparaturen an Treppen und Emporenkirchen durchgeführt, der Altar und die Kanzel wurden wieder aufgerichtet. Man nimmt an, dass in den Kriegsjahren aus Geldmangel nur die notwendigsten Arbeiten durchgeführt wurden.

Michel Weinhold goß im Jahre 1702 die mittlere Glocke hinzu. Von 1703-1706 führte man einen Kirchen- und Turmbau durch. Dabei wurden der Westteil der Kirche und der noch heute stehende Turm errichtet.

Wilhelm Trampelius aus Adorf baute im Frühjahr 1826 eine neue Orgel ein. Sie besaß 25 Stimmen, 3 Faltenbälge, Oberwerk, Manual und Pedal und war weiß mit goldenen Verzierungen. 1854 wurde ein Ziegeldach aufgebracht und 1856 erhielt die Kirche eine kleine Glocke. Diese wurde von Johann Gotthelf Große, königlich sächsischer Stückgieser in Dresden, gegossen.